Venus Missionen » Die Venus
Autoren: Michael Stein, Karl Urban, Thomas Klonowski von Raumfahrer.net
Einleitung
Venus ist der zweite Planet im Sonnensystem und mit bloßem Auge sichtbar. Da sie besonders in den Abendstunden sichtbar ist, wird sie auch als Abendstern bezeichnet. Der Planet wurde nach der gleichnamigen römischen Göttin der Liebe benannt.
Lage und Einordnung
Die Venus ist von der Sonne aus gesehen der zweite Planet unseres Sonnensystems.

Er zählt zu den so genannten
Inneren bzw.
Terrestrischen Planeten und ist vom Durchmesser wie auch von der Dichte her gesehen ein Schwesterplanet unserer Erde. Vermutlich hat unter anderem auch die deutlich größere Nähe zur Sonne verhindert, dass sich lebensfreundlichere Bedingungen auf der Venus entwickelt haben. Viele Wissenschaftler vermuten, dass die Venus in der Frühzeit ihrer Entwicklung eine der Erde ganz ähnliche Phase durchlaufen hat, bevor die Atmosphäre im weiteren Verlauf eine andere Entwicklung nahm.
Aufbau und Atmosphäre
Die Venus besitzt nur ein sehr schwaches "Pseudo-Magnetfeld", das durch den um Venus herumströmenden Sonnenwind erzeugt wird. Die Atmosphäre ist sehr dicht und setzt sich zusammen aus 97 Prozent Kohlendioxid, 3 Prozent Stickstoff sowie Spuren von Wasserdampf, Helium, Schwefeldioxid, Argon, Sauerstoff und Neon. Durch den hohen CO
2-Gehalt in der Atmosphäre und die relative Nähe zur Sonne hat auf der Venus ein Treibhauseffekt stattgefunden, der sie auf über 450° C aufgeheizt hat. Sie dient deshalb als abschreckendes Beispiel für das, was passieren könnte, wenn die CO
2-Emissionen auf der Erde weiter ansteigen.
Die Oberfläche ist passend zur lebensfeindlichen Atmosphäre und den hohen Temperaturen von Vulkanismus geprägt, weite Gebiete sind von erstarrten Lavaströmen bedeckt. Es gibt allerdings keine Anzeichen für momentan aktiven Vulkanismus. Etwa 20 Prozent der Oberfläche bestehen aus flachen Ebenen, 70 Prozent sind durch hügelige Landschaften geprägt und 10 Prozent der Fläche nehmen Hochlandgebiete ein. Auch eine Vielzahl von Einschlagkratern ist zu finden, wie die NASA-Sonde
Magellan während ihrer Venus-Kartografierung von 1990 an entdeckte. An der Planetenoberfläche wehen schwache Winde, die allerdings ausreichen, um Sanddünen zu erschaffen. Obwohl Niederschläge und größere Temperaturunterschiede nicht vorhanden sind, dürften die Gesteine durch die aggressive Venusatmosphäre einer chemischen Verwitterung ausgesetzt sein.