Venus Express

Autor: Jan Oertlin

Internationaleraumfahrt.deSeit 23.5.2002 ist „Venus Express“ ein offizielles Projekt der europäischen Weltraumagentur ESA. Die Bedingungen für eine Mission zu unserem Nachbarplaneten Venus waren, dass die Mission nicht mehr als 150 Mio. Euro kosten wird. Deshalb wird das Design von Venus Express, kurz VEX, sehr ähnlich dem von Mars Express sein (siehe Spezial „Mars Express“). Die Raumsonde wird ebenfalls einige Errungenschaften der Rosetta-Sonde nutzen, was dazuführt, dass VEX sehr preisgünstig gebaut werden kann.

Es war auch ein bestimmte Fertigungszeit vorgeschrieben, so, dass VEX noch in diesem Jahr (2005) fliegen soll. Die Raumsonde wird mit einer Sojus-Fregat Trägerrakete von dem russischen Weltraumbahnhof Baikonur aus starten. Dies wird übrigens wohl die letzte europäische Sonde sein, die von Baikonur aus startet, denn ab 2006 sollen ja auch russische Raketen von dem europäischen Weltraumbahnhof Kourou starten können.

Obwohl schon die Russen und Amerikaner in der Vergangenheit viele Sonden zur Venus geschickt hatten (sieh Spezial „Venus Missionen“), gibt es immer noch viele Rätsel über diesen Planeten zu lösen. VEX soll u.a. Fragen wie „was sind die globalen Eigenschaften der Atmosphäre?“ oder „wie reagiert die obere Atmosphärenschicht auf den Sonnenwind?“ beantworten. Auch Unklarheiten über die Venus, warum sie sich nur alle 243 Erdtage um sich selber dreht sollen geklärt werden, so hoffen die Forscher.

Venus ExpressVEX soll nach dem Start im Oktober 2005 nach 153 Tagen bei der Venus eintreffen und nach fünf Tagen Manöverarbeit, in einen Orbit um die Venus eintreten. Die Raumsonde wird dann in einer Höhe zwischen 250 Kilometer und 66.000 Kilometer um den Planeten kreisen. Die Mission ist erstmal auf zwei Venustage, also rund 500 Erdtage beschränkt. Sollte die Mission erfolgreich verlaufen, wird die Missionszeit vielleicht verdoppelt.

Von VEX werden täglich rund zwei Gigabyte Daten erwartet, die die Sonde in einer ca. acht Stunden dauernden Sendephase übermittelt. Danach werden wieder 16 Stunden lang weitere Messungen durchgeführt. Es werden übrigens mehr Daten von Venus Express erwartet, als momentan Mars Express sendet. Das liegt daran, dass die Venus einfach noch zu wenig erforscht ist.