Venus Express » Die Raumsonde
Autor: Jan Oertlin
Die Raumsonde besteht im Kern aus einem 1,65m x 1,7m x 1,4m großen Quader und wiegt insgesamt 1270 Kg. Dort sind die Solarplatten und Antennen befestigt. Die Hauptantenne hat einen Durchmesser von rund 1,3 Meter und für kleinere Entfernungen zur Erde noch eine Antenne in der Größe von 30 cm.

Die Kommunikation erfolgt über einen S-Band Empfänger und Sender, der mit 2296 Megaherz sendet und mit 2100 Megaherz empfängt. Im X-Band wird mit 8419 Megaherz gesendet und mit 7166 Megaherz empfangen.
Die Übertragungsgeschwindigkeit zur Erde befindet sich im Bereich von 10,6667 bps bis 262.144 kbps bei einer Leistung im S-Band von fünf Watt, im X-Band 65 Watt. Die Übertragungsrate von der Erde aus wird mit 2000 bps erwartet.
Die Solarplatten können im Gegensatz zu Mars Express viel kleiner sein, da die Venus nur 108 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt ist, der Mars 249 Millionen Kilometer. Um den enormen Unterschied noch mit Zahlen zu unterstreichen, hier ein paar Daten:
Die 11,42 m² großen Sonnenplatten von Mars Express erreichen beim Mars eine Leistung von 660 Watt. Bei Venus Express sind die Platten nur 5,7 m² groß, geben aber bei der Venus 1400 Watt ab.
Die Solarplatten von Venus Express sind außerdem aus Galliumarsenid, nicht wie bei Mars Express aus Siliziumzellen, und sind so resistenter gegen Hitze. Die Solarzellen sind so gebaut, dass sie schon in einer Entfernung von 150 Millionen Kilometer zur Sonne 820 Watt Leistung abgeben, die für den Betrieb der Sonde ohne den Experimenten benötigt werden.
Die maximale benötigte Leistung von Venus Express liegt bei rund 1100 Watt. In den Stunden im Schatten der Venus wird die Stromversorgung durch drei Lithium-Ion Akkus gewährleistet. Ein Akku hat 24 Ah. Die Bordspannung von Venus Express beträgt übrigens 28 Volt.
Der Bordcomputer besteht aus vier gleichen Rechnern, genau gleich wie bei Mars Express. Zwei werden für die Experimente verwendet, zwei für die Kommunikation und Steuerung. Die Computer haben nur eine Geschwindigkeit von 20 Mhz. Diese für uns doch recht langsame Taktfrequenz hat schon ihre Gründe. Denn im Weltraum kann man die Prozessoren nur sehr schwer kühlen. Da man keine Luft hat, kann man noch so viele Ventilatoren einbauen, der Prozessor wird nicht gekühlt. Daher muss man sich dabei auf die Kühlung mittels Strahlungsabgabe beschränken, was diese niedrige Taktfrequenz ausmacht, weil diese Art der Kühlung sehr ineffektiv ist.
Venus Express wird rund 530 Kilogramm Treibstoff mitführen, nicht wie bei Mars Express nur ca. 430 Kilogramm. Der Grund dafür ist, dass Venus Express viel stärker abbremsen muss.
Das Antriebssystem von Venus Express besteht aus einem Haupttriebwerk mit 415 N und aus acht kleineren um Kurskorrekturen durchzuführen, von denen jede ein Schub von 10 N hat.