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Autor: Jan Oertlin

Nach dem Columbia-Unglück 2003 wurden nun zahlreiche Verbesserungen am Shuttle selber, sowie an dem externen Tank und den Feststoffbosstern vorgenommen. Damit wurden fast alle Forderungen der Untersuchungskommission erfüllt.

Space Shuttle: DiscoveryUm nun die Sicherheit der Astronauten auf einem Shuttle-Flug zu garantieren, wurden neue Sicherheitsrichtlinien bei der NASA eingeführt. Die Columbia wurde dafür eingesetzt, Missionen durchzuführen, die unabhängig von der ISS operierten. Ein Beispiel sind Wartungsmissionen zum Weltraumteleskop „Hubble“. Da das Hubble sich auf einer anderen Umlaufbahn als die ISS befindet, könnte bei einer Hubble-Mission die internationale Raumstation nicht angeflogen werden, da der nötige Treibstoff für eine Änderung der Flugbahn fehlt. Dies ist u.a. einer der Gründe, weshalb das „Hubble“ aufgegeben wurde. Denn solche Missionen haben vorerst niedrigste Priorität.
In den neuen Sicherheitsrichtlinien wurde nämlich festgelegt, dass die Raumstation ISS immer anfliegbar sein soll, falls was schief geht. Außerdem muss bei einer laufenden Mission ein zweites Shuttle innerhalb von 40 Tagen startbereit sein, um eine gestrandete Crew von der ISS bergen könnte.

Da sich beim Start der Columbia ein Isolierungsstück vom externen Tank gelöst hatte und ein Loch in die Flügelvorderkante geschlagen hatte, wurden Teile des Tanks neu konstruiert. Dazu zählt z.B. die Bipod-Anflaschung, die Verbindung des externen Tanks zum Shuttle. Dann wurden Heizer an Teile des Tankes montiert um das herausplatzen von Isoliermaterial zu verhindern. Denn an extrem kalten Stellen am Tank (z.B. der Bipod) verflüssigt sich der Stickstoff aus der Luft und dringt in die Poren des Isolierschaumstoffs ein. Durch Reibungswärme wird der Stickstoff wieder gasförmig und sprengt so Schaumstoffmaterial raus.

Während des Starts kontrollieren nun vier Digitalkameras, die am externen Tank und an den Feststoffbosstern montiert sind, ob sich ein Stück Isoliermaterial gelöst hat und eventuell Schäden verursacht hat. Diese Bilder werden „live“ gesendet und können sofort ausgewertet werden. Im Falle eines möglichen Schadens können im Orbit nun die Flügel nach Einschlaglöchern untersucht werden. Mit einem zwölf Meter langem Arm, der an den Canada-Arm (15 Meter lang) montiert werden kann, kann mithilfe von Laser, zur Entfernungsmessung, und Laserkameras, Schäden festgestellt werden. Der neue Arm heißt übrigens „Orbiter Boom Sensor System“, kurz OBSS.

Dies ist noch nicht alles. Diese Systeme werden auch noch von 22 Temperatur- und 66 Einschlagssensoren unterstützt. Diese Sensoren befinden sich in den Vorderkanten der Flügel. Somit will man auch Einschläge durch Mikrometeoriten feststellen.

DiscoveryWenn nun ein Schaden festgestellt werden sollte, können sie repariert werden (falls der Schade nicht zu groß ist). Dafür muss das Shuttle an der ISS angedockt sein. Dann können die Astronauten, getragen durch den Arm der ISS, die Kacheln am Space Shuttle reparieren. Dabei wird ein Material auf Silizium-Basis eingesetzt. Dies funktioniert anders als die Kacheln: Das Material wird verdampfen und so die Hitze abführen.
Probleme bereiten aber die besonders empfindlichen RCC-Isolierungen (Reinforced Carbon-Carbon). Löcher von einer maximalen Größe von 15 Zentimetern Durchmesser können durch eine spezielle Abdeckplatte verschlossen werden; Risse sollen einfach zugespachtelt werden.
Allerdings sind diese Zwischenlösungen bei STS-114 noch nicht umsetzbar. Die NASA arbeitet derweilen an einem noch sichereren System, das frühestens in zwei Jahren für die Shuttles zur Verfügung steht.

Eine weitere Forderung der „Columbia Accident Investigation Board“ ist, dass die Struktur der NASA verändert werden soll. Damit will man erreichen, dass die Raumflugsicherheit verbessert werden soll und das Sicherheitsbewusstsein der Mitarbeiter gestärkt werden soll. Denn ein Vorwurf lautete, dass die Arbeitskultur bei der NASA Fehler zuließ, die zum Columbia-Unglück beigetragen haben sollen.