Luna Missionen
Autor: Christoph H. Sohn
Wie das Programm Zond diente auch Luna hauptsächlich der Vorbereitung der ersten bemannten Mondlandung der Sowjetunion. Als jedoch die USA das „Rennen“ gewonnen, und die ersten Menschen den Himmelskörper betreten hatten, stand die wissenschaftliche Erkundung im Vordergrund.
Allerdings war die Zahl der Fehlschläge im Luna-Programm, vor allem zu Beginn, sehr hoch. Aus Gründen der Propaganda versuchte man jedoch, dies zu vertuschen und gab nur den erfolgreichen Luna-Sonden eine Nummer. Wurde eine Sonde kurz nach dem Start zerstört, erfuhr die Welt nichts davon; konnte sie die Erdumlaufbahn nicht verlassen, bezeichnete man dies einfach als den gelungenen Start eines Kosmos- oder Sputnik-Satelliten.
Dieses Spezial beschränkt sich auf die nummerierten Missionen, die Fehlschläge wurden ausgelassen.
Luna 1

Nach drei Fehlschlägen im Jahr 1958 glückte erstmals am 2. Januar 1959 der Start einer Luna-Mission. Ursprünglich war eine Landung geplant, doch Luna 1 verfehlte am 4. Januar den Mond um 5000 km. Am 5. Januar stieß die Sonde eine Natriumwolke aus, die durch den Sonnenwind ionisiert wurde. Damit war die Mission beendet.
Luna 2
Die am 12. September 1959 gestartete Sonde Luna 2 war das erste Raumfahrzeug, dass auf dem Mond landete. Am Morgen des 14. September 1959 schlug sie nahe dem Mare Serenitatis auf, eine halbe Stunde später folgte die Oberstufe der Rakete. Zuvor hatte Luna 2 wie auch Luna 1 eine Natriumwolke ausgestoßen.
Luna 3
Am 4. Oktober 1959 wurde Luna 3 gestartet und in eine Umlaufbahn in mehr als 400 000 km Höhe gebracht. Dabei fotografierte die Raumsonde erstmals die Rückseite des Mondes. Es entstanden 29 Bilder, die einen Großteil der erdabgewandten Seite unseres Trabanten zeigen. Luna 3 trat am 28. April 1960 in die Erdatmosphäre ein.
Luna 4
Nach dem Start am 2. April 1963 wurde Luna 4 in eine Erdumlaufbahn gebracht, aus der eine Tochtersonde Richtung Mond geschickt wurde. Die ursprünglich vorgesehene Landung konnte jedoch nicht stattfinden, da das Landemodul den Mond verfehlte. Der Kontakt zu ihm brach am 6. April ab.
Luna 5
Zwei Jahre und einige Fehlstarts nach Luna 4 hoffte man, mit Luna 5 endlich auf dem Mond landen zu können. Tatsächlich wurde auch nach dem Start am 9. Mai 1965 der richtige Kurs eingeschlagen. Die Bremsraketen zündeten allerdings nicht, sodass die Sonde am 12. Mai im Mare Nubium zerschellte.
Luna 6
Am 8. Juni, knapp einen Monat nach der Bruchlandung von Luna 5 startete Luna 6. Die geplante Mondlandung konnte allerdings auch diesmal nicht stattfinden, da die Kurskorrektur nicht gelang, sondern dazu führte, dass die Sonde rund 159 000 km am Mond vorbeiflog.
Luna 7
Die Sonde (gestartet am 4. Oktober 1965) schlug am 7. Oktober unsanft auf dem Mond ein.
Luna 8
Ebenso wie Luna 7 zerschellte am 6. Dezember 1965 auch die am 3. Dezember gestartete Sonde Luna 8.
Luna 9
Mit der am 31. Januar 1966 gestartete Sonde Luna 9 gelang erstmals eine sanfte Landung auf der Mondoberfläche: am 3. Februar 1966 landete die Sonde im Oceanus Procellarus und übermittelte von dort acht Stunden lang Daten. Ihr verdanken wir die ersten Bilder von der Mondoberfläche.
Luna 10
Luna 10 war der erste Mondsatellit. Er startete am 31. März 1966 und erreichte am 3. April seine Mondumlaufbahn. Bis zum Abbruch des Kontakts am 30. Mai 1966 konnten 219 Mal Messdaten gesendet werden: an Bord waren verschiedene wissenschaftliche Instrumente.
Luna 11
Auch Luna 11 wurde in eine Umlaufbahn um den Mond gebracht – dies geschah am 27. August 1966, drei Tage nach dem Start. Die Sonde war ähnlich ausgerüstet wie Luna 10. Bis zum Ausfall der Batterien am 1. Oktober 1966 übertrug Luna 11 137 Mal Messdaten.
Luna 12
Zwischen dem 26. Oktober 1966 – dem Einschwenken in eine Mondumlaufbahn – und dem Erschöpfen der Batterien am 19. Januar 1967 umkreiste Luna 12 den Erdtrabanten 602 Mal. Von der am 22. Oktober 1966 gestarteten Sonde stammen u.a. Fotografien der Mondoberfläche mit einer Auflösung zwischen 15 bis 20 Metern.
Luna 13
Nach den Orbiter startete mit Luna 13 am 21. Dezember 1966 wieder ein Lander, der tatsächlich auch am 24. Dezember im Oceanus Procellarus landete. Die Sonde führte Bodenuntersuchungen und Strahlungsmessungen durch: Außerdem wurden direkt nach dem Start Panoramabilder zur Erde geschickt. Am 28. Dezember waren die Batterien aufgebraucht.
Luna 14
Die vorrangige Aufgabe von Luna 14 war das Testen eines neuen Kommunikationssystems, das für bemannte Mondflüge eingesetzt werden sollte. Hierzu startete die Sonde am 7. April 1968 und schwenkte am 10. April in eine Mondumlaufbahn ein.
Luna 15
Von nun an folgten Sonden, die Bodenproben von der Mondoberfläche gewinnen sollten. Dazu gehörte die am 13. Juli 1969 gestartete Luna

15, die am Tag der ersten bemannten Mondlandung von Apollo 11, dem 21. Juli, auf der Mondoberfläche zerschellte. Die Mission verlief somit nicht erfolgreich.
Luna 16
Die ersten Mondproben wurden erst am 24. September 1970 mit der zwölf Tage zuvor gestarteten Luna 16 auf die Erde gebracht. Zuvor, am 20. September, war die Sonde auf dem Mond gelandet und entnahm das Material aus bis zu 35 cm Tiefe. Am nächsten Tag erfolge der Rückstart mit rund 101 g Regolith.
Luna 17
Bestandteil der Mission war das 750 kg schwere Mondfahrzeug Lunokhod 1, dass bis fast ein Jahr nach der Landung am 17. November 1970 im Betrieb war. Neben Messungen an der Mondoberfläche verdanken wir dem achtradigen Gefährt über 22 000 Funkbilder und 206 Panoramaaufnahmen.
Luna 18
Wie schon bei Luna 15 und Luna 16 war auch hier der Rücktransport von Mondmaterie das Ziel. Luna 18 startete am 2. September 1971 und schwenkte einige Tage später in eine Mondumlaufbahn ein. Kurz vor der geplanten Landung am 11. September brach der Funkkontakt ab.
Luna 19
Die am 28. September 1971 gestartete Luna 19 Sonde hatte die Aufgabe, das Schwerefeld des Mondes näher zu erkunden und Bilder zur Erde zu übermitteln. Am 3. Oktober schwenkte der Orbiter in eine Mondumlaufbahn ein. Erst über ein Jahr später wurde der Kontakt zu Luna 19 abgebrochen.
Luna 20
Luna 20, gestartet am 14. Februar 1972, landete am 21. Februar auf dem Mond. Ein Bohrer entfernte Mondmaterial aus 15 cm Tiefe, das zur Erde zurück transportiert wurde: Die Rückkehrkapsel landete am 25. Februar auf sowjetischem Boden und wurde später geborgen.
Luna 21
Der zweite sowjetische Mondrover Lunokhod 2 landete an Bord von Luna 21 am 15. Januar 1973 auf dem Erdtrabanten. Die Sonde war am 8. Januar gestartet. Der Kontakt mit Lunokhod 2 bestand fast vier Monate, während der das Fahrzeug 37 km weit fuhr.
Luna 22
Wie Luna 19 war auch die am 29. Mai 1974 gestartete Sonde ein Orbiter, dessen Aufgabe die Erkundung des Mondes war. Luna 22 gelangte am 1. Juni in eine Umlaufbahn und war über ein Jahr, bis Anfang November 1975, in Betrieb.
Luna 23
Luna 23 wurde am 28. Oktober 1974 gestartet und sollte eigentlich Proben aus dem Mondboden gewinnen. Allerdings wurde bei der Landung am 6. November der Bohrer beschädigt, sodass dies nicht möglich war und man so auch auf den Rückstart verzichten konnte.
Luna 24
Am 9. August 1976 startete mit Luna 24 die letzte Sonde des sowjetischen Mondprogramms. Wie Luna 23 war sie mit einem verbesserten Bohrer ausgestattet, der zwei Meter tief in den Mondboden eindrang. Am 22. August wurden die 170 kg schweren Proben auf die Erde zurückgebracht.