Die Geschichte von Galileo

Autor: Jan Oertlin

»Wir haben erstaunliche Dinge gelernt. Diese Mission war ihr Gewicht in Gold wert«
Galileo-Projektmanagerin Dr. Claudia Alexander

21. September, 18:56 Uhr MESZ …
…eine Minute vor dem Ende der Galileo Mission.


Computersimulation vom Verglühen von Galileo
Zu Ehren von der Raumsonde »Galileo« habe ich dieses Spezial geschrieben.
Galileo ist am 21. September 2003 um 18:57 Uhr MESZ in die Dichte Atmosphäre des Jupiters eingetreten und verglüht.

Nach den eigentlichen »Pioneer 10« und »Pioneer 11« Missionen starteten auch die beiden »Voyager«-Sonden. Noch während diesen Missionen wurde die Idee von Galileo geboren. Denn unser größter Planet »Jupiter« sollte noch ausführlicher untersucht werden.
Galileo wird ausgesetzt
Am 18.10.1989 war es soweit: Die 2,5 Tonnen schwere Raumsonde wurde Mittels dem Space Shuttle (STS 34) Atlantis ins All gebracht. Jedoch mit einiger Verspätung wegen des Challenger-Unglücks.
An Bord der Sonde waren nicht nur amerikanische Instrumente, sondern Einige wurden in Deutschland vom DLR (Deutsche Luft- und Raumfahrt) und der DASA entwickelt. Somit wurde Galileo zu einer deutsch-amerikanischen Mission.

Galileo nutzte auch die »Swing-By«-Technik um ihr Ziel zu erreichen. Bei dieser Technik wird die Gravitation anderer Himmelskörper für Kursänderung oder Beschleunigung genutzt.
Um eben Schwung zu holen, passierte Galileo erst einmal die Venus und dann wieder unseren Planeten, jedoch nicht ohne Aufzeichnungen zu machen! Instrumente zur Untersuchung der Venus, der Sonnenwinde und der Erdabgewanden Seite des Mondes waren bereits eingeschalten.
Doch Galileos Weg hatte noch mehr Sehenswürdigkeiten:
Die Asteroiden »951 Gaspra« und »243 Ida«.
Doch damit nicht Genug! Galileo konnte auch noch was ganz Außergewöhnliches beobachten. Einen Kometeneinschlag auf Jupiter. Zwischen den 16. und 22. Juli 1994 schlugen die Teile des zerbrochenen Kometen Shoemaker Levy 9 auf Jupiter ein.

Internationaleraumfahrt.de
Am 13. Juli 1995 wurde eine Sonde von Galileo abgekoppelt. Diese war für die Erforschung der Jupiteratmosphäre (Druck, Dichte, Temperatur und molekulare Zusammensetzung) speziell entwickelt worden. Diese Messgeräte waren zur Messung des Wasserstoff-Helium- Verhältnisses und zum Nachweis von Blitzen und energiereichen Teilchen. Zum anderen eine Kamera, Infrarot und Ultraviolettspektrometer und Geräte zur Messung von Magnetfeldern sowie Staub- und Plasmapartikel. Darüber hinaus erlauben Frequenz- und Intensitätsänderungen des Funksignals Rückschlüsse auf die Struktur der Jupiteratmosphäre.

Galileo selbst untersuchte unter Anderem den »Großen Roten Fleck«. Aber auch die Jupitermond Ganymed, Kalisto, Europa und vor allem Io.
Denn Io hat unheimlich hohe Vulkanaktivitäten! Nach Erforschung dieses Mondes schätzt man die Vulkane auf Io auf rund 300 Stück! Nirgendwo wurde bisher in unserem Sonnensystem höhere Vulkanaktivitäten gefunden, wie auf Io. Io ist wohl auch für die rätselhaften Staubströme aus der Richtung Jupiters verantwortlich. Diese reichen bis aus unserem Sonnensystem raus!

Der Jupitermond Io
Aber nicht nur Io war spektakulär. Eine Sensation waren auch die Entdeckungen auf dem Jupitermond Europa:
Dieser Mond ist von einer Dicken Eisschicht umgeben. Diese lassen auf Leben vermuten.

Aber dennoch verlief die Mission nicht Reibungslos:
Die Hauptantenne ließ sich nicht ausklappen! Es gab einige Ideen, aber leider ohne Erfolg. Doch schließlich wurde ein anderes Betriebssystem auf Galileos Computer gespielt und nun wurden die Daten komprimiert über die Hilfsantenne zur Erde gesendet.

Die Bilder, die von Galileo gesendet wurden, wurden mit einem Teleskop mit 176,5 mm Öffnung und 1500 mm Brennweite und einem CCD-Chip mit einer Auflösung von 800x800 Pixeln gemacht.

Insgesamt 14 Jahre, von 1989 bis 2003, tat Galileo ihren Dienst, am Außenposten Jupiter…

21. September, 18:57 Uhr …
…»Goodbye Galileo…«