Die Raumstation Mir
Autor: Jan Oertlin

Nach den sieben Saljut–Stationen im All starteten die Russen 1986 die „Mir“-Station. Sie erhielt einen Kopplungsadapter, an welchem gleichzeitig fünf Raumschiffe andocken konnten. Es wurden an vier Kopplungen weitere, große, Raumstationsmodule angedockt. Die einzelnen Module waren für spezielle Forschungen, wie zum Beispiel Materialkunde, Erd- und Himmelsbeobachtung, eingerichtet.
Die Mir besaß ein sehr robustes Lebenserhaltungssystem, welches selbst bei schweren Bedingungen ein Stickstoff- / Sauerstoffgemisch als Atemluft lieferte. Außerdem bewährte es sich durch gute Lufttemperatur und angenehme Luftfeuchtigkeit. Russland entwickelte auch ein Unterstützungssystem, um die Raumstation mit Nachschub zu versorgen. Diese unbemannte Progress-Kapsel konnte mit 12 Tonnen Lebensmittel, Treibstoff usw. beladen werden.
Am Morgen des 23. März 2001 wurde die Mir kontrolliert abgestürzt. Einige ihrer Teile verglühten in der Erdatmosphäre, der Rest stürzte in den Pazifik.
Die Raumstation hat auch gezeigt, dass lange Weltraumaufenthalte, wie sie etwa bei einer Reise zum Mars nötig wären, möglich sind: die Astronauten müssen „nur“ regelmäßig Gymnastik machen. Aufgrund ihrer Erfahrungen mit Raumstationen, werden die Russen eine Führungsposition bei der internationalen Raumstation ISS haben.
Ihren Namen hatte die Raumstation von dem russischen Wort Мир für "Welt" bzw. "Frieden".