Aufbau

Autor: Jan Oertlin

Die Raumstation ISS wird in einer Höhe von 335km bis 460km die Erde in 94 Minuten umkreisen, mit eine Neigung von 51,6 Grad gegen den Äquator.
Nach innen schließen sich die beiden langen amerikanischen Stationszylinder an. Das Aufenthalts- und Arbeitsmodul sind wiederum mit einem sogenannten Knoten verbunden. Dann folgen die drei russische Module in einer Reihe und andere Elemente, wie einem großen Solargenerator und den von Europa beigesteuerten Greifarm.
Die Raumstation ISS wird insgesamt eine Größe von 88 mal 108 Meter haben und ein Gesamtmasse von 426t.
110 Kilowatt leisten die links und rechts,an der Gitterstruktur befestigten Solarzellen-Flächen und die im russischen Stationsbereich montierten Solargeneratoren. Davon steht fast die Hälfte für die wissenschaftlichen Experimente zur Verfügung.
In der Aufbauphase wird die Station von drei Astronauten besetzt sein und später, in der Betriebsphase, von sechs Astronauten.
Als erstes Element wird dann der etwa 20t schwere russische Funktions- und Nutzlastblock (FGB) mit einer Proton- Rakete in die 400km hohe Erdumlaufbahn gebracht. Die anschließende Montage der ersten Segmente der amerikanischen Gitterstruktur (TRUSS) sowie der russischen Forschungs- und Energieplattform (SPP) wird die Versorgung für die Kernstation im Erdorbit wesentlich verbessert. Dazu kommen noch die Solargeneratoren, Radiatoren und Antennen, die an der Gitterstruktur befestigt werden.
Bei der Montage der russischen SSP-Plattform und andere RKA-Module wird der europäische Roboterarm ERA eine wichtige Rolle spielen. Das amerikanische Labormodul (US lab) und das erste der drei russischen Forschungsmodule (RM1) werden wahrscheinlich Mitte 1999 angekoppelt. Die wissenschaftliche Listungsfähigkeit der Raumstation wird dann in den Jahren 2000 bis 2002 mit dem Anbau der beiden anderen russischen Forschungsmodule (RM2 und RM3), des japanischen Labors (JEM) und des europäischen Labormoduls (COF) schrittweise erweitert bis zum vollständigen Erreichen der Bewohnbarkeit und der Forschungskapazität. Der Zusammenbau der Orbitstation wird Mitte 2002 einen guten Schritt vorankommen, wenn das amerikanische Wohnmodul (HAB) angelegt hat, das Platz für vier weitere Astronauten bietet, so dass ständig sechs Personen im Orbit bleiben können.
Der eigentliche Routinebetrieb der Raumstation und die Experimente-Nutzung werden etwa ein Jahr später Anfang 2004 beginnen können. Vorraussetzung für den Transport aller Raumstationselemente in den Erdorbit ist aber die Zerlegung vieler großer Bauteile in kleinere „Happen“, die in der 4,5m mal 16m messenden Ladeluke des US-Rautransportes oder in der kleineren Nutzlasthülle der russischen Proton-Rakete platz finden. Es ist viel technisches know-how notwendig, diese Einzelteile so zu konzipieren, dass sie in Einzelteilen transportiert und dann von den Astronauten im Orbit wieder zusammengefügt werden können.
Ganz wichtig ist es jetzt, dass die Raketen- und Shuttle-Starttermine beim Tarnsport der ISS-Module in die Erdumlaufbahn eingehalten werden können. Das ist bei einem solchen technischen Mammutprojekt aber nicht einfach – vor allem Russland hat immer wieder mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Inzwischen arbeiten die USA auch an Plänen für die Errichtung der Raumstation ohne die russischen Beiträge bzw. nur mit dem Funktions- und Nutzlastmodul als Zentrum.