Das Projekt Envisat

Autor: Jan Oertlin

Internationaleraumfahrt.deDas Projekt "Envisat" - die Abkürzung steht für Environmenatl Satellite, Umweltsatellit - beschäftigt die Raumfahrtagentur ESA schon seit fast 15 Jahren. Hundert Firmen in 14 Ländern haben an dem 2,3 Milliarden Euro teuren Supersatelliten mitgearbeitet, der zehn Messgeräte an Bord hat ,mehr als jeder andere Satellit.
Beim Überflug in 800 Kilometer Höhe nehmen die Sensoren unseren Planeten ins Visier. Jeden Tag kommt so eine Datenfülle zusammen, dass damit 500 Heim-PCs damit gefüllt werden könnten. Die Bilder und Messwerte werden in Hunderten von Auffangstationen auf der Erde empfangen und dann in einer ESA-Einrichtung in Rom zusammengeführt.
Eine wichtige Aufgabe von "Envisat" ist es, die Ozonschicht zu messen und Löcher sichtbar zu machen. Die Ozonschicht der Erdatmosphäre wirkt wie ein Filter für die gefährlichen UV-Strahlen der Sonne. Chemikalien wie zum Beispiel FCKW haben aber zum Abbau dieser lebensnotwendigen Schicht geführt.
Die Daten des Satelliten sollen nun Aufschlüsse darüber geben, wie sich die Ozonschicht erholen kann und wie lange dies dauern wird.
"Envisat" soll auch Umweltverschmutzer aufspüren. Seine Sensoren können Abgasspuren von Industrieanlagen rund um die Welt verfolgen. Mit Hilfe des Satelliten, so hofft die ESA, lassen sich die Quellen der Verschmutzung orten und Art und Menge des Ausstoßes beziffern. So ließ sich zum Beispiel die Einhaltung internationaler Verträge überwachen. Auch kleinen Umweltsündern kommt der Satellit auf die Schliche: Sein Radarsystem "sieht" es, wenn ein Schiff nachts Altöl ins Meer verklappt.
Ein weiteres Augenmerkmal von "Envisat" gilt den Wäldern. Täglich meldet der Satellit, wie sich die Bestände in empfindlichen Regionen entwickeln und wie sie sich Global verändern. Auch Waldbrände kann er sofort erkennen.
Andere Messgeräte widmen sich den Ozeanen. Sie messen die Planktonströme, jene Mikroorganismen, die dem Meer seine jeweilige Farbe geben. Diese können Kohlendioxid in Biomasse zurückverwandeln und dämpfen so den Treibhauseffekt. Für die Wissenschaftler ist es wichtig zu wissen, wie viel Kohlenstoff die Algen aufnehmen können.
Die fliegende Umweltstation verfügt über einen Radar-Höhenmesser, der kleinste Veränderungen des Meeresspiegels registriert und die polaren Eiskappen überwacht. Ein anderes Gerät misst die Temperatur der Wasseroberfläche bis auf 0,3 Grad genau. So erkennt "Envisat" die ersten Anzeichen des zerstörerischen Klimaphänomens El Ninó.
Der ESA - Satellit könnte auch bei der Bewältigung von Naturkatastrophen helfen:
Beispiel Überschwemmungen: Durch Bilder aus dem All wissen die Rettungsteams wo die höchste Gefahr droht.
Der Satellit registriert auch kleinste Veränderungen des Erdbodens. Damit kann man einen Vulkanausbruch schneller erkennen.