Das europäische Raumstationsmodul COF

Autor: Jan Oertlin

Internationaleraumfahrt.deDer Mittelpunkt des europäischen Beitrags zur Internationalen Raumstation ISS wird die „Columbus Orbital Facility (COF)“ sein, das Columbus- Raumlaboratorium.
Das COF ist ein bemanntes Mehrzweck-Labormodul für den Weltraum. Es lässt sich ähnlich wie ein Flugzeug für verschiedene Forschungsaufgaben mit unterschiedlichen Nutzlasten bestücken, dank der standardisierten Experiment-Einbauschränke. Diese austauschbaren Schränke oder „Racks“ enthalten die Betriebseinrichtung für das Raumlabor und vor allem die wissenschaftlichen Apparaturen, die an die vorbereiteten Versorgungsleitungen angeschlossen werden können.
Das Grundprinzip des COF-Labormoduls und der Racks für die Experimente wurden schon vor 20 Jahren in Deutschland für das Spacelab-Projekt entwickelt.
Das europäische Columbus–Raumlabor besteht aus einem zylindrischen Aluminium-Druckschale von 6,4 Metern Länge und 4,5 Metern Durchmesser sowie einem Startgewicht von 12,5 Tonnen. Die offenen Seiten dieses Zylinders werden von zwei Konus-Entstücken verschlossen.
Das COF bleibt ständig an der Raumstation angekoppelt. Es wird dort vor allem Experimente in den bereichen Werkstoffkunde, Grundlagen- und Flüssigkeitsphysik, Biowissenschaft und Medizin durchgeführt werden. Das Raumlabor enthält im Unterflur-Staurum ein eigenes Umwelt-überwachungs- und -regelungssystem zur Wiederaufbereitung der Atemluft. Wärmung oder Kühlung erfolgt mit entsprechend temperiertem Wasser.
Dazu kommt eine zentrale Energieverteilungsstation für die Verteilung der Elektrizität an die Steuerungs- und Kontrollsysteme sowie die einzelnen Experimentschränke und andere Apparaturen.
Ein Datenmanagement- System sorgt für die Weiterleitung der Experiment-Ergebnisse an die Zentrale Kommunikationsanlage des Raumstation-Komplexes.